Trost, Freude und Zuversicht spricht aus der Geistlichen Musik auf WDR 3. Vom Mittelalter über Barock und Klassik bis zur Gegenwart streifen wir durch die Jahrhunderte - fast immer in Begleitung einer Bach-Kantate.
Joseph-Hector Fioccos dramatische Barock-Lamentation für Brüssel trifft auf meditative britische Gebete: eine Bitte um Frieden in einer feindlichen Welt von Frank Bridge und eine ruhige und kraftvolle Psalmvertonung von Bob Chilcott.
Klangvoll und tröstlich vertont Marc-Antoine Charpentier einen der biblischen Bußpsalmen. Nicht weniger beeindruckend sind die innigen Sologesänge, mit denen sein jüngerer Kollege François Couperin Verse aus den Klageliedern des Jeremia auslegt.
Zwei Tage nach Bachs Geburtstag am 21.3. senden wir die Bachkantaten "Widerstehe doch der Sünde" und "Alles, was von Gott geboren". Von zweiterer ist nur der Text überliefert, die Musik lässt sich anhand der Kantate "Ein feste Burg" rekonstruieren.
Auf seiner Hochzeitsreise vertont Felix Mendelssohn Bartholdy den 42. Psalm "Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser": als Kantate voller dramatischer Expressivität. "Wie ein zusammenhängendes Gemälde" empfindet seine Schwester Fanny das Werk.
Zwei expressive Lesarten des 51. Psalms stehen im Mittelpunkt: Spannungsvoll vertont Antonio Lotti den lateinischen Text. Johann Sebastian Bach unterlegt seiner Bearbeitung von Pergolesis berühmtem "Stabat Mater" eine gereimte deutsche Nachdichtung.
Klar und schlicht ist die a-cappella-Kunst des Renaissance-Komponisten John Mundy. Ähnlich schlackenlos klingt die Missa brevis D-Dur, die sein Landsmann Benjamin Britten 1959 für den Knabenchor der Westminster Cathedral komponierte.
Die Aufforderung "Wer Ohren hat zu hören, der höre!" aus dem Gleichnis vom Sämann ist wie gemacht für musikalische Auslegungen. Wir hören welche von Hammerschmidt und Bach, dazu a-cappella-Kunst von Fährmann und prächtige französische Barockklänge.
Vom Gottvertrauen erzählt Buxtehudes Vertonung des 31. Psalms. Bachs Kantate "Ich hab in Gottes Herz und Sinn" betrachtet das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg, die darauf vertrauen dürfen, ihren Lohn zu bekommen, egal wie produktiv sie sind.
Vivaldi und Galuppi haben in Venedig Karriere gemacht und etliche Kirchenwerke für die legendären Mädchenwaisenhäuser dort komponiert. Krebs startete seine musikalische Laufbahn in Leipzig: als engster Mitarbeiter von Bach, der ihn sehr geprägt hat.
Vor 300 Jahren hat Bach seine Kantate "Mit Fried und Freud fahr ich dahin" für Mariä Reinigung - im Volksmund Mariä Lichtmess - gefeiert. Ihr Choral beruht auf dem "Nunc dimittis", dem Lobgesang des greisen Simeon, der in Jesus den Messias erkennt.
Am 26. Januar 1790 führt Wolfgang Amadeus Mozart in Wien zum ersten Mal seine Oper Cosi fan tutte auf. Die Musik kommt gut an. Und so werden Teile daraus bald in eine Messe verwandelt. Wer immer diese kühne Idee hatte, er landet damit einen Coup!
Hoch poetisch sind die Liebesdichtungen des biblischen Hoheliedes. Jean Yves Daniel-Lesur verleiht ihnen musikalische Schwerelosigkeit, Pierre Roberts vertont sie klangvoll und elegant. Dem Hohelied ähnlich ist auch Bernhard von Clairvaux‘ "Jubilus".